Akkommodation und Diagenese

Intensive Zementation ist ein oft beobachtetes Phänomen triassischer Karbonatplattformen (u.a. Stoppani 1858, Assereto & Kendall 1977, Mutti 1994, Frisia-Bruni et al. 1989, Russo et al. 2000, Keim & Schlager 2001). Insbesondere die Präzipitation früher mariner Zemente spielt eine Schlüsselrolle bei der Stabilisation dieser Karbonatplattformen. Hinzu kommt, dass diese Zemente auch zu einem nicht unerheblichen Teil zur totalen Karbonatproduktion der Karbonatplattformen beitragen. Aktuelle Untersuchungen von Seeling et al. (2005) zeigen, dass zwischen früher mariner Zementation triassischer Plattformen und deren Akkommodationsentwicklung deutliche Zusammenhänge bestehen.

In Konsequenz der in Seeling et al. (2005) beschriebenen Zusammenhänge von A’/S’-Rate und intensiver Zementation kann die frühe diagenetische Entwicklung an bestimmte Plattformgeometrien geknüpft werden:

(i) für aggradierende oder retrogradierende Plattformen ist es unwahrscheinlich, dass sich eine intensive frühe Zementation ausbildet,

(ii) Plattformen mit progradierenden Charakteristika besitzen ein größeres Potential für eine intensive frühe Zementation.



Geometrische Analyse von Karbonatplattformen, Modelle für die seismische Interpretation

In der letzen Dekade bildete das Südalpin und hier insbesondere das Gebiet der westlichen Dolomiten eines der Schwerpunktthemen der Heidelberger Sedimentologie-Arbeitsgruppe. Zahlreiche Untersuchungen lieferten eine umfassende Datenbasis zur Geometrie und Entwicklung triassischer Schelf-Becken-Übergänge (Senowbari-Daryan et al. 1993, Egenhoff et al. 1999, Emmerich et al. 2000, Emmerich 2001, Knopp 2002, Mundil et al 2003, Zühlke et al. 2003, Zühlke 2004, Emmerich et al. 2005a). Diese Daten ermöglichen den Vergleich der Beckenentwicklung der Dolomiten mit zeitgleichen Ablagerungen. Neuere Untersuchungen beschäftigen sich mit zeitgleichen Ablagerungen im Bereich der östlichen Lombardischen Alpen.

Durch die Auswertung von Panoramafotos und Geländeskizzen verschiedener Karbonat-Plattformen und die Kartierung von Plattform-Becken-Übergängen kann ein statisches 3D Modell der Entwicklung der Plattformen aufgestellt werden. Diese Modelle bilden die Grundlage für die geometrische und sedimentologische Interpretation entsprechender seismischer Transekte dar.

(1) Emmerich et al. 2005

(2) Seeling et al. 2005




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